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Pinguine müssen umplanen

von ESC-Planegg

Vorbereitung des ESC in Bad Tölz entfällt – Erstes Pflichtspiel Mitte September

Planegg – Es hat alles schon festgestanden. Mitte August wollten die Pinguine ihr Trainingslager für die kommende Saison in Bad Tölz absolvieren. Daneben standen weitere Lehrgänge in der Kurstadt auf dem Programm (wir berichteten). Mittlerweile darf sich der ESC Planegg eine neue Bleibe suchen, wo er sich die nötige Fitness für die Herausforderungen in der Eishockey-Bundesliga und in der European Women’s Hockey League (EWHL) erwerben will. „Bad Tölz hat alle Eiszeiten abgesagt“, teilt Michael Lehmann mit. Der Teammanager der Würmtaler Eishockey-Damen bringt sogar Verständnis für die Betreiber der Halle auf, die in Zeiten von Corona ganz besondere Auflagen zu erfüllen haben, um ihr Haus nicht völlig schließen zu müssen. Bedingung ist laut Lehmann, „die Halle alle 60 Minuten zu lüften“, wenn sie belegt ist. Dass dies im Hochsommer zu einer teuren Angelegenheit werden kann, ist allen klar. „Das werden sie nicht machen können“, sagt der Planegger Sportchef. Man müsste die Arena alle Stunde wieder herunterkühlen.

Die Episode aus Bad Tölz ist vielleicht nur der Prolog für weitere Schwierigkeiten, die auf die sieben Mannschaften der Bundesliga warten, falls – wie geplant – am 17. Oktober offiziell die Saison beginnt. Die Gastkabine in Bergkamen galt schon früher als viel zu eng, um einer ganzen Mannschaft den nötigen Platz zu verschaffen. „Wie soll das erst bei einem Körperabstand von 1,50 Meter gehen?“, fragt Lehmann. Selbst in Grafing, wo die Pinguine ihre Heimspiele austragen, sind die Verhältnisse so beengt, dass unter den aktuellen Bedingungen wohl keine Spiele ausgetragen werden könnten. „Wir müssen jetzt das Beste daraus machen“, sagt Lehmann. Er erwartet sowohl von den Vereinen als auch von den Spielerinnen eine gewisse Flexibilität.

Der ESC ging gleich mit gutem Beispiel voran und disponierte sein Trainingslager nach Neumarkt in Südtirol um, allerdings nur für fünf Tage statt der eigentlich geplanten vollen Woche. „Neumarkt ist für uns der Strohhalm, wenn alles zusammenbricht“, so Lehmann, der erleichtert ist, dass ihm die Italiener günstige Konditionen anbieten. Kitzbühel mit seinen astronomischen Preisen, das wegen seiner lukrativen Bedingungen als Alternative ebenfalls im Gespräch gewesen war, konnten sich die Pinguine nicht leisten. „Wir müssen jetzt ein bisschen ruhig bleiben“, mahnt Lehmann. Normalerweise gingen die Würmtalerinnen immer im Juli aufs Eis. Nun verschiebt sich die erste Eiszeit um vier bis fünf Wochen in den August. Das lässt sich kompensieren, weil sowohl die Termine in der Bundesliga als auch in der EWHL nach hinten verlegt wurden. Die Gegner für den europäischen Pokal-Wettbewerb stehen schon fest. In einer Vierergruppe trifft der Finalist des Vorjahres auf die Neuchâtel Hockey Academy, den DEC Salzburg und den HC SKP Bratislava. „Das ist machbar“, so Lehmann über die Konkurrenz aus der Schweiz, Österreich und der Slowakei. Die Sieger der drei Gruppen sowie der beste Zweite qualifizieren sich für das Halbfinale.

Los geht’s für Planegg am 12. September in Neuchâtel, was ganz nach Lehmanns Geschmack ist. „Im Moment ist die Schweiz ganz toll“, sagt er erleichtert. „Da sind die Bedingungen für Sport ganz normal.“

Autor:  Christian Heinrich   Münchner Merkur   07.0.7.2020

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